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"1969 Die letzten stunden eines dorfes - als rockenfeld in flammen stand - und eine wuestung wurde."

Es war einmal ein kleines Dorf ...

Diese Webseite dokumentiert mit einem Flash-Video, sowie einer DiaShow - "die letzten Stunden von Rockenfeld" im Jahr 1969.

Das größte Hindernis im Kampf ums Überleben war für die Rockenfelder ihre völlige Abgeschiedenheit. Was für den Stadtmenschen von heute eher nach Streßfreiheit und Romantik klingt, machte den Alltag der Dorfbewohner bis in die 60er Jahre des 20. Jh. zu einem täglichen Hindernislauf ohne jeden Komfort. Vor allem die jungen Leute mochten schließlich nicht mehr in der Abgeschiedenheit leben.
    Außerdem begannen auch die Schulden zu drücken: 1965 schloß der Haushaltsplan mit einem Fehlbetrag von 3820 D-Mark - vor allem die Wasserversorgungsanlage und die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes hatten zu diesem Loch geführt. Heutige Gemeinde würden bei solchen Zahlen zwar in Jubel ausbrechen, für den Gemeinderat von Rockenfeld gab es aber wohl den Ausschlag, sich der größeren Kommune Feldkirchen anzuschließen. 1966 verloren die damals noch 25 Einwohner also ihre "Unabhängigkeit."
   Vor dem Untergang sollte dies den uralten Ort jedoch nicht retten. Bereits wenige Jahre später waren die meisten der Bewohner endgültig abgewandert, ihre Häuser abgetragen. Nach dem Einsatz der Feuerwehr in 1969 erinnert nur noch ein Gedenkstein, sowie ein Gefallenen-Ehrenmal daran, daß hier, mitten im Wald, einst ein kleines Dorf stand:
R o c k e n f e l d

Irma und Willi Philippi im Januar 2002  

Irma und Willi Philippi.

Sie feierten im Januar 2002 in Feldkirchen ihre Goldene Hochzeit.

Der Jubilar, geboren 1921 in Dierdorf, und seine Frau, geboren 1920 in Wollendorf, lernten sich 1950 in Neuwied kennen. Nach der Geburt des Sohnes und später einer Tochter übernahm Irma Philippi die vielfältigen Aufgaben einer Hausfrau und Mutter. Willi Philippi war von 1949 bis 1967 Ortsbürgermeister von Rockenfeld und bis zu seinem Ruhestand Mitarbeiter der Stadtwerke Neuwied.

Gemeinsam betrieb das Ehepaar viele Jahre lang die Gaststätte "Zur Waldesruh" in Rockenfeld.

 

1969 wurde Rockenfeld eine "Wüstung"

In diesem Jahr erhielt die Freiwillige Feuerwehr Niederbieber die Aufgabe, die noch zu diesem Zeitpunkt bestehenden, aber nicht mehr bewohnten Wohnhäuser und ehemaligen Hofgebäude von Rockenfeld vollständig zu beseitigen. Dieser Feuerwehreinsatz wurde als Super 8 Video dokumentiert und vom Betreiber dieser Webseite für diese Dokumentation in ein Flash-Format konvertiert.

 

Am 20. Dezember 2010 erinnerte ein Artikel in der Neuwieder Rhein-Zeitung an dieses "außergewöhnliche Spektakel" als Rockenfeld in Flammen stand und eine Wüstung wurde. Ergänzend zu diesem RZ-Artikel wurden zwölf Bilder aus 1969 veröffentlicht, die von Eberhard Dames aufgenommen wurden und die sein Sohn Bernhard Dames für die RZ-Publikation zur Verfügung gestellt hatte.

Als Rockenfeld 1969 in Flammen stand und eine Wüstung wurde.

1969 DiaShow der letzten Stunden von Rockenfeld

Im Januar 2011 fand ich bei meinen Rockenfeld-Recherchen in einem Archiv weitere 35 Dias, welche ebenfalls den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Niederbieber im Jahr 1969 dokumentieren. Das erste Bild zeigt "einen letzten Blick" in die Dorfstraße von Rockenfeld bevor die Flammen alles vernichteten. Im Vordergrund sieht man das Haus der Familie Becker.

 
1969 Das letzte Photo - vor dem grossen Feuer
 
 


Rockenfeld ist zwar heute eine Wüstung auf einer Waldlichtung - aber immer noch ein touristischer Magnet für Besucher und Wanderer. Diese kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern sogar aus dem In- und aussereuropäischen Ausland. Sie suchen das "kleine Dorf im Wald" aus welchem die Ahnen der US-Millardäre Rockefeller kamen. Hierauf begründet sich auch das große Interesse, welches durch viele "Maus-Klicks" der Besucher dieser Seite dokumentiert wird. Die Mehrzahl aus USA, gefolgt von Surfern aus Kanada, Australien und sogar Neuseeland!

Viel lesens- und sehenswertes aus der geschichtlichen Entwicklung von Rockenfeld und seinen Bewohnern findet sich auf mehreren Seiten dieser Internet-Domain und soll die Erinnerung an diesen besonderen Ort wach halten. Oder - Rockenfeld vielleicht sogar einmal wieder mit einem sanften Tourismus-Projekt ... "zum Leben erwecken!"

 

24. Februar 2011 | Erich Walther